Warum es eine Altersgrenze beim Wahlrecht geben sollte

Rathes Sachchithananthan — 25.Jun.2016
in Welt

Ich habe mir schon oft darüber Gedanken gemacht und ich fühle mich mittlerweile immer wieder bestätigt. Es sollte neben dem Mindestalter für das Recht zum Wählen auch eine Obergrenze geben.

Überall auf der Welt gibt es — sofern es überhaupt eine Demokratie oder Wahlen gibt — ein Mindestalter. Meistens sind es 18 Jahre wie in Deutschland, in den USA oder Groß Britannien. Es gibt aber auch Länder wie Kamerum, die als untere Altersgrenze 21 Jahre angesetzt haben.

Es gibt überall Mindestgrenzen, aber keine Grenze nach oben. Ausnahme ist die Wahl des Papstes — da dürfen die Kardinäle nicht älter als 80 Jahre alt sein. Warum gibt es diese Obergrenze nicht auch bei allen anderen Wahlen? Ich weiß zwar nicht, warum man bei der Wahl des Papstes die Obergrenze eingehalten werden muss, aber es gibt Argumente, warum man bei Wahlen Obergrenzen haben sollte.

Warum eine Altergrenze beim Wählen?

Warum gibt es überhaupt die Altersgrenze? Warum darf ein 12-Jähriges Kind nicht das Staatsoberhaupt auswählen? Die Antwort liegt klar auf der Hand. Es ist noch ein Kind. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind sich Gedanken macht, wen es warum wählt, ist sehr gering. Es wird zwar einige Kinder geben, die schon so weit sind, aber viel wahrscheinlicher ist es, dass die meisten sich von den Kugelschreibern und Süßigkeiten beeinflussen lassen, die kostenlos an Kinder verschenkt werden. Man will also sicherstellen, dass diejenigen, die zur Wahl antreten, auch wissen, was sie da machen.

Warum eine Altersgrenze nach oben Sinn macht

Kinder sind dafür in der Tat viel zu jung, aber ich bin der Meinung, dass auch im Alter die Fähigkeit, sich richtig zu entscheiden, nicht bei jedem vorhanden ist. Schaut man sich die Ergebnisse von dem Brexit-Referendum an. Während die jüngeren mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt haben, gingen die meisten Stimmen der älteren Generationen an den Brexit.

Das Problem ist, dass die junge Generation das Ergebnis ausbaden dürfen, dass sie eigentlich gar nicht verschuldet haben. Die sowohl wirtschaftlichen als auch gesellschaftlich-politischen Folgen, die sehr wahrscheinlich kommen werden, werden die Älteren sicher nicht mehr zu spüren bekommen. Die Jüngeren umso mehr. Man stelle sich mal vor, alle jungen ausländischen Arbeitskräfte werden aus dem UK verbannt. Dann müssten nämlich die verbleibenden wenigen britischen Jugendlichen für die ganzen britischen Pensionäre arbeiten, um das System noch aufrecht zu erhalten. Wer hat das so gewählt? Die Älteren? Ob die sich den Konsequenzen bewusst sind? Wahrscheinlich nein, und wenn doch dachten die wahrscheinlich sowas wie „Ist doch nicht mein Problem“.

Löst eine Altersgrenze das Problem?

Die gleiche Situation gab es auch bei der Wahl in Österreich. Dort hätte es keine Zitterpartie gegeben, wenn man von vorne rein die Ältereren bei der Wahl ausgeschlossen hätte. In Deutschland wäre die AfD wahrscheinlich auch nicht so weit vorne, wenn man eine maximale Altersgrenze für das Wahlrecht hätte. Ich bin der Meinung, dass eine 83 Jahre alte Frau nicht das Recht haben sollte wie das Land in der Zukunft aussehen sollte, die sie eh nicht mehr erleben wird.

Nur kann man nicht einfach oben den Deckel draufmachen. Man kann nicht pauschal sagen, dass ab 80 Jahren das Wahlrecht erlischt. Oder ab 90. Weil es durchaus genug Fragen gibt, die auch direkten Einfluss auf die Älteren hat. Und da sollte die Jugend nicht einfach ohne irgendwelche Ahnung die Älteren bevormunden.

Außerdem sind die Ergebnisse nicht allein dem Alter geschuldet. Es gibt auch große Differenzen je nach Bildungsstand. Viele weniger gebildete lassen sich zu schnell von Propaganda beeinflussen. Das erlebe ich oft genug bei uns Tamilen mit, wenn es um Sri Lanka geht. Je weniger jemand gebildet man ist, desto schneller kann man denjenigen beeinflussen und gar manipulieren. Mit Bildung meine ich aber nicht allein die schulische Ausbildung, sondern auch das Interesse sich mit dem Thema zu befassen, wofür man seine Stimme abgibt.

So gibt es einige Probleme im Wahlrecht, das uns in den letzten Tagen immer wieder aufgezeigt wird. Diese muss meiner Meinung nach einfach komplett überarbeitet und durchdacht werden. Mein erster Gedanke war, dass man doch die Stimmen gewichten könnte je nach politischen Auswirkungen auf die jeweiligen Personengruppen. Das würde auch bedeuten, dass man, je nach bestimmtem politischen Thema, differenzierter wählen könnte.

Ich habe zwar keine sichere Lösung, aber kann sicher sagen, dass unser Wahlsystem auf jeden Fall ein wenig überarbeitet werden muss.

Rathes Sachchithananthan

Rathes Sachchithananthan

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