Strukturierte Daten – Was das ist und wie es geht

Rathes Sachchithananthan — 14.Mrz.2015
in Web

Seit einiger Zeit, seit dem Beginn des Blogs hier, beschäftige ich mich mit der Suchmaschinenoptimierung. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Thema der strukturierten Daten und alles, was dazu gehört wie zum Beispiel Schema.org, Rich-Snippets und Microdaten.

Wenn man bei Google nach einem Suchbegriff sucht, erscheinen für jedes Ergebnis überlicherweise drei Informationen:

  1. Der Seitentitel
  2. Die URL der Seite
  3. Die Beschreibung der Seite
Standardsnippet einer Google Suche
Standardsnippet einer Google Suche

Als Rich-Snippets bezeichnet man Ergebnisse, die mit weiteren Informationen angereichert wurden. Beispielsweise sieht man häufig die Bewertungssterne bei Produktseiten oder Vorschaubilder bei Videos.

Diese erweiterten Snippets haben zwar keinen expliziten Vorteil im Google-Ranking, aber sind dennoch sehr hilfreich. Wer klickt den nicht eher auf einen Link, wo Bewertung vorzufinden sind, als auf einen Normalen?
Außerdem sind diese Snippets, siehe Beispiel mit der Videovorschau, einfach viel auffälliger und so haben diese Links eine höhere CTR (Click-through-Rate, zu deutsch Klickrate). Und das ist doch wichtiger als ein gutes Ranking (Letzteres will man doch eh nur erreichen, damit das in Ersterem resultiert).

Bewertungsterne bei Amazon
Bewertungsterne bei Amazon
Vorschaubild eines Videos
Vorschaubild eines Videos

Wie du deine Daten strukturierst

Google und seine Crawler sind zwar sehr weit entwickelt, aber trotzdem (noch) nicht so weit, dass die alles sofort verstehen. Damit Google’s Crawler erkennt, dass die Inhalte als Rich-Snippets dargestellt werden können, müssen diese dementsprechend ausgezeichnet werden. Derzeit können folgende Inhalte als Rich-Snippets dargestellt werden (laut dieser Seite von Google):

Um Inhalte als einen dieser obigen Typen auszuzeichnen gibt es drei Möglichkeiten, welches alle ihre Vor- und Nachteile haben: Microdaten, Microformate und RDFa.

Ich selber tendiere zu den Microdaten, welche auch von Google empfohlen werden. Nehmen wir als Beispiel das Rich-Snippet der Personen. Am Anfang hat man ein einfaches HTML-Kontrukt:

<div>
 <p>Mein Name ist Tamizhan und ich bin ein Webdesigner und Webentwickler aus Haltern am See </p>
</div>

Microdaten verwenden einfache Attribute in den Tags um Elementen entsprechende Namen zuzuweisen. Das obige Beispiel könnte so aussehen:

<div itemscope itemtype="http://schema.org/Person">
 <p>Mein Name ist <span itemprop="givenName">Tamizhan</span> und ich bin ein
 <span itemprop="jobTitle"> Webdesigner und Webentwickler</span> aus
 <span itemprop="homeLocation">Haltern am See</span></p>
</div>

Wie Schema.org ins Spiel kommt

Nun gibt es aber nicht nur Google als Suchmaschine (auch, wenn man in Deutschland hauptsächlich nur Google benutzt). Es gibt auch noch Bing, Yahoo und Yandex (- letztere ist eine russische Suchmaschine, die ich erst bei der Recherche für diesen Artikel kennengelernt habe).

Und neben den ganzen Suchmaschine gibt es auch viele Möglichkeiten die Daten zu strukturieren. Zum Beispiel kann man den Namen aufteilen in Vorname und Nachname oder doch komplett auszeichnen als „fullName“. Jede Suchmaschine könnte eine eigene Property-Liste rausgeben. (Hätte Apple eine eigene Suchmaschine wäre das bestimmt der Fall, aber zum Glück haben die (noch) keine eigene Suchmaschine).

Dann hätte man aber ein Problem: Als Entwickler müsste man sich für eine Suchmaschine entscheiden und die Daten für diese strukturieren. Gut im Falle Deutschland könnte man einfach für Google optimieren, aber in anderen Ländern ist die Aufteilung nicht so eindeutig wie hier. Oder es würde suchmaschinenbasierte Property-Keys geben wie -ms-itemscope und yahoo-itemscope und so weiter. Man kann sich dann aber vorstellen wie unübersichtlich das Ganze schnell werden kann.

Als Lösung dieses Problems wurde 2011 von Bing, Google und Yahoo! die Initiative Schema.org gestartet (Yandex stieß im Laufe desselben Jahres auch noch dazu). Man erstellte einfach zusammen einen Satz an Schemata wie Daten zu strukturieren seien und die Suchmaschine interpretieren die Auszeichnungen der Inhalte auch nur nach diesem Schema.

Man kann jetzt also diese Schemata auf der Webseite von Schema.org einsehen, bei sich integrieren und hat dann für die vier größten Suchmaschinen Daten strukturiert. (Die anderen Suchmaschinen sind so winzig, dass man die ignorieren kann)

TL;DR

Zusammengefasst kann man also sagen, dass man mithilfe von Microdaten, Mikroformaten oder RDFa Inhalte auf der Webseite nach den Schemata von Schema.org so strukturieren kann, dass die Suchmaschinen Google, Bing, Yahoo! und Yandex diese in Rich-Snippets, also erweiterten Suchergebnissen, darstellen können.

Zukunftsparanoia

Das Ganze ist schön und gut. Eine verdammt spannende Sache. Ich arbeite an einigen Projekte, wo strukturierte Daten zum Einsatz kommen könnten und auch werden. Ich habe mir bei der Recherche viele Gedanken zu diesem Thema gemacht und bin bei einem absurden Gedanken hängengeblieben:

Was passiert eigentlich, wenn Google (oder eine der anderen Suchmaschinen) die Daten ausliest, speichert und sie dann selbst benutzt? Google zum Beispiel in ihrem Knowledge Graph?  Dann wird doch unsere Seite für den Besucher sinnlos bzw. uninteressant, oder nicht? Kann man da entgegen wirken oder sind meine Paranoia unbegründet?

Was denkst du so? Schon mit strukturierten Daten gearbeitet? Wenn ja, hast du schon messen können, ob du dadurch eine bessere Klickrate bekommen hast? Schreib mir in den Kommentaren. Vor Allem was du von meinen Paranoia hältst.

Rathes Sachchithananthan

Rathes Sachchithananthan

Hi, ich bin Rathes. Gründer dieses Blogs. Darüber hinaus habe ich Aheenam gegründet, eine Agentur für digitale Lösungen. Dort konzipiere und entwickle ich die digitale Weiterentwicklung meiner Kunden. Ich brenne für das Thema "Tamilen und Tamil Eelam" und bin ein Microsoft-Fanboy. Du findest mich auch auf diversen sozialen Netzwerken

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