GER : UKR — Der Kapitän ist zurück

Rathes Sachchithananthan — 13.Jun.2016
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Was für ein Höhepunkt zum Ende des EM-Auftakts der deutschen Nationalmannschaft  bei der Euro 2016. Erst wenige Minuten auf dem Platz, stahl Bastian Schweinsteiger einfach allen die Show. Sein Tor war Emotion pur. Ein Höhepunkt. Im Gegensatz zu vielen Stellen im Rest des Spiels.

Die Entscheidung des Spiel von einem Mann, von dem es eigentlich fast keiner erwartet hätte. Und mit was für einem Tempo. Ich war mir am Anfang nicht mal sicher, ob das wirklich Schweinsteiger ist, der mit solcher Geschwindigkeit so schnell nach vorne rast. Der Kapitän hatte einen ganz großen Auftritt. Er kam in der 90. Minute nach langer Verletzung. Bekam schon dafür einen Applaus, der zeigt wie sehr die Fans ihn schätzen. Für die Fans ist er der Fußballgott. Schweinsteiger ist seit Rio im ganzen Land beliebt.

Und mit seinem Treffer entschied er nicht nur das Spiel, sondern setzte einen emotionalen Höhepunkt. An diesen Moment wird man sich noch länger erinnern. Dabei ist das nur ein EM Auftaktspiel gegen die Ukraine.

Es gab auch weitere Momente in diesem Spiel, an die man sich zwar auch erinnern wird. Aber diese dann nicht eher im positiven Sinne. Der Weltmeister wackelte zwischendurch sehr stark und er muss ihrem Torhüter danken, dass der Gegner nicht ein Tor geschossen hat und man selbst „zu Null“ gespielt hat.

Am Anfang übernahm die deutsche Elf die Initiative. Es flogen ein paar deutsche Schüsse am Tor vorbei und auch ein paar lange Bälle wurden ins Nirgendwo geschlagen ehe Shkodran Mustafi nach einem Freistoß von Kroos klassisch zur Führung köpfte. Mustafi, der eigentlich als Ersatz für den Ersatz von Mats Hummels auf dem Platz stand. Für Shkodran Mustafi war es der zweite Treffer in seinem zwölften Länderspiel für Deutschland.

Euro 2016: Bastian Schweinsteiger nach dem Treffer gegen die Ukraine
Schweinsteiger nach seinem Treffer (Quelle: Instagram)

Doch nach dem Tor wurden nicht die deutsche, sondern die Nationalmannschaft der Ukraine, immer besser und sorgte für Schwierigkeiten bei den Außenverteidigern Höwedes und Hector. Anders als gedacht, setzte Jogi Löw in der Abwehr weiter auf Höwedes statt auf Spieler wie Can oder Kimmich.

Gut, wenn man einen Jérôme als Nachbar hat

Die schwächste Phase der Deutschen waren die rund 15 Minuten vor der Pause. In diesen geriet die Elf von Jogi Löw so richtig ins Schwitzen. Hier kann man sich bei Manuel Neuer bedanken, dass nichts schief gelaufen ist und man sich mit einer 1:0 Führung in die Pause rettete. Und bei Jérôme Boateng. „Gut, wenn man einen Jérôme als Nachbar hat.“, sagte Löw.

Das war eine Andeutung auf die bis dahin spektakulärste Szene des Spiels: Boateng hätte fast beim Zurückeilen den Ball selbst an Neuer vorbei in den Kasten geschoben. Doch dann drehte er sich und schlug den Ball in letzter Not mit einem Sprung noch weit weg. Boateng landete in der Rückwärtsbewegung wie ein Hering im Netz. Und das nicht nur im Tor. In den sozialen Netzwerken wurde Boateng mit den unterschiedlichsten Memes für diese Aktion gefeiert.

Kleinere Schwächen der deutschen Elf

In der zweiten Halbzeit war die Ukraine weniger gefährlich. Sie waren platt, ihr ein wenig die Puste aus, doch es gab Momente, die aufhorchen ließen, zum Beispiel als einmal Andrij Jarmolenko im Dribbling mit nur einer einfachen Körpertäuschung Hector zu Boden brachte. Der Sieg war einfach noch nicht in sicheren Händen. Bis zum Comeback des Kapitäns, bis Schweinsteiger kam.

Die Ukraine war insgesamt nicht gut genug, um Deutschland zu besiegen. Aber sie waren trotzdem so stark, dass man die Schwächen der Deutschen gesehen hat. Khedira war zwar bei ein paar gefährlichen Situationen zur Stelle und schloss auch mal ab, konnte aber das Spiel nicht prägen und ließ gute Chancen einfach liegen. Julian Draxler hatte zwar zwischendurch sehr starke Momente, blieb aber ohne großen Einfluss. Von Mario Götze sah man wenig. Und bei Özil wusste man nicht mal, ob er dabei war. Auch Müller zeigte sich nicht von der besten Seite.

Immerhin waren Neuer und Boateng genauso gut drauf wie in Brasilien. Auch Toni Kroos hat sich das Lob verdient. Bei Deutschland weiß man mittlerweile, dass diese mit dem weiteren Verlauf des Turniers sich weiter steigern werden. Das ist auch dringend notwendig, da im zweiten Spiel mit Polen eine Mannschaft kommt, die doch um einiges stärker ist als die Ukraine, auch wenn sie es beim mageren 1:0 gegen Nordirland nicht so richtig gezeigt haben.

Rathes Sachchithananthan

Rathes Sachchithananthan

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