EM 2016: Deutschland gegen Nordirland — 1:0 statt Kantersieg

Krain — 22.Jun.2016
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Nach den eher mageren Spielen gegen die Ukraine und Polen, forderten die 80 Millionen Bundestrainer Veränderungen. Und die bekamen sie. Zunächst personell und dann auch auf dem Platz. Eine direkte kausale Verbindung ist nicht von der Hand zu weisen. Kimmich statt Höwedes und Gomez statt Draxler. Götze nach links und der einzig wahre echte „9er“ im Kader von Jogi Löw, Gomez, in den Sturm. Folge war das beste Spiel des Weltmeisters während der bisherigen Europameisterschaft.

Wie viel kann ein Rechtsverteidiger ausmachen? Wer dachte, nicht viel, wurde jetzt eines besseren belehrt. Der 21-Jährige Kimmich überragte. Er spielte frech und mutig nach vorne und versprühte die so schmerzlich vermisste Spielfreude. Seinen Flanken waren besser als die von Höwedes und allgemein seine Offensivaktionen waren zig mal gefährlicher, als die des Schalkers. Nach hinten war er allerdings eher wenig gefordert. Deshalb werden die nächsten Spiele mehr Kenntnisse liefern, was das angeht. Aber dafür, dass es erst sein zweites Spiel für den DFB ist, war es absolut überragend.

Ebenso goldrichtig lag er mit der Hereinnahme von Mario Gomez. Gerade weil er bei den vielen 100% Chancen die eine genutzt hat. Aber auch sonst war er sehr präsent. Gegen die von ihm als „Ochsen“ beschriebenen  Gegenspieler (gemeint sind die zwei Innenverteidiger McAuley und Cathcart), zeigt er gute körperliche Widersetzungsarbeit und bindet diese stets, sodass mehr Platz für die kreativen Spieler da war. Nicht auszudenken, wenn der nur 1,76m kleine Mario Götze gegen diese „Ochsen“ im Sturm hätte spielen müssen.

Es entstand allerdings nicht nur dadurch Raum, dass Gomez die Innenverteidiger band, sondern auch dadurch, dass die beiden Außenverteidiger weit außen standen. Diesen Raum wusste besonders der „Raumdeuter“ Müller zu nutzen. Immer wieder stieß er in die Lücke und kreierte Torchancen. Es war zwar wieder ein erstarkter Müller zu sehen, doch die Kaltschnäuzigkeit fehlte. So landete der Ball mal am Pfosten, mal an der Latte oder McGovern hielt den Ball.

Formverbessert zeigte sich auch Mesut Özil. Der Spielmacher war neben Kimmich der beste Mann auf dem Platz. Mit einer Passquote von 98% bei 134 Pässen, erreichte er einen überragenden Wert. Und das als offensiver Mittelfeldspieler, der viele Steilpässe und Risikopässe spielt. Er hat gute Ideen und bediente seine Mitspieler drei vier mal perfekt. Allerdings wurden auch seine Vorarbeiten nicht genutzt. Auch kam er selber zum Abschluss. Untypisch für Özil war auch, dass er viel mit nach hinten arbeitete und so auch Konter der Nordiren verhinderte.

Diese Faktoren führten dazu, dass Deutschland eine äußerst ansprechende Leistung lieferte und Deutschland die Gruppe als Gruppenerster beendete. Der Weltmeister spielte wie ein potenzieller Europameister — nur die Tore fehlten. Aber wie Gomez schon beim Interview nach dem Spiel meinte: Die Tore fallen dann hoffentlich in den kommenden wichtigen Spielen.

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